Berliner Modeshopper stellen sich vor – Niccolò Montanari

Geschrieben von Janosch am 7.07.2011

Ich bin: Niccolò Montanari

In welchen Ländern warst du schon shoppen:
Soweit war ich in den meisten Ländern Europas und in ein paar aus  Südamerika shoppen.

Dein Einkaufstipp in deiner Stadt:
In jeder Stadt suche ich mir die Designer Flohmärkte, dort findet man echte Schätze, Vintagemode und Einzelstücke. Schnäppchen lassen sich mit ein bisschen Insiderwissen und geschicktem Verhandeln rausholen.

In welcher Stadt kaufst du am liebsten ein und was dort genau:
Neben Berlin, was für mich die Hauptstadt der aufstrebenden jungen Modedesigner und künstlerischer Konzepte ist, schaue ich nach konventionelleren Looks und Outfits in Mailand. In der italienischen Metropole gibt es hochwertige klassische Mode, mit schön klaren Schnitten.

Bist du eher online oder offline Shopper:
Kleidung kaufe ich am liebsten offline. Die Vorteile des Online Shoppingsind mir klar (es geht schneller, ist einfach zu navigieren und surfen, sowie einfacher Umtausch), aber ich muss Mode und Kleidung sehen, fühlen, und anprobieren, bevor ich es kaufe. Dazu ist es für mich eine Sache der Inspiration: Ich muss die Teile zusammen sehen, Pulli, Hemd, Hose miteinander kombinieren und bastele mir so meine Outfits zusammen. Außerdem kann man auch sehen, was die anderen Leute so tragen.

Ein Online-Shop den man unbedingt kennen muss:
Oh, das ist nicht so leicht. Wenn wir von Berlin sprechen, gibt es ein paar Modeläden, die sich auf junge Labels spezialisiert haben, wie zum Beispiel Nelou oder Miosato. International gibt es schon ein paar mehr. Bei Asos finde ich eine große Auswahl zu guten Preisen, bei besonderer Mode und Designerklamotten ist LN-CC meine Wahl. Ich empfehle, einfach mal loszusurfen und sich die Auswahl anzusehen, nehmt Euch Zeit das zu finden, was zu Eurem Stil passt. Man spart doch eine menge Zeit im Vergleich zum Offline Shopping.

Drei Webseiten die du täglich besuchst:
Ich würde offensichtlich lügen, wenn ich sage die Seite von Fier Management nicht ständig bei mir im Browser angezeigt wird. Dann bin ich wohl viel auf facebook und Twitter (der Einfachheit halber) und generell lese ich je nach aktueller Stimung und Geschmack auf einer internationalen Onlinezeitung.

Das beste Schnäppchen deines Lebens:
Mein bestes Schnäppchen war ein weinroter Mantel, den ich hier in Berlin für drei (3!!!) Euro gekauft habe. Das war ein echt unschlagbar gutes Angebot.

Dein letzter Frustkauf, der nie wirklich das Tageslicht erblickte:
Das war ein schwarzes Oberteil mit einem sehr interesanten Schnitt, das ich in Mailand bei meinen Eltern gelassen und irgendwie ‘verlegt’ habe. Vielleicht war es auch einfach ein bisschen zu ausgefallen.

Was wolltest du schon immer kaufen, aber hattest bislang nie den Mut/die Motivation/das Geld:
Da bin ich eher Minimalist. Gern ziehe ich von einem zum nächsten Ort mit ein paar persönlichen Sachen, was bedeutet, dass diese mir sehr wichtig sind. Wenn ich mir etwas ausgesucht habe, dass ich haben will, arbeite ich ganz direkt darauf hin bis ich es endlich habe. Alles ist in Reichweite, es ist nur eine Frage der Ausdauer.

Wo findet man dich:
Ich wohne in Berlin, wohne in Kreuzberg und bin hier und in Neukölln am meisten unterwegs. Ansonsten bin ich nocht lieber viel weiter unterwegs, um Freunde zu besuchen und mehr von der Welt zu sehen.

Und im Internet bin ich hier für Fier Management
Twitter:  @fiermanagement
Facebook: www.facebook.com/fier.manage
Homepage/Blog:  www.fiermanagement.com

Zur Fashion Week
Wie oft warst du vorher schon dabei?
Diese Saison ist’s dann mein viertes Mal auf der Berliner Fashion Week, auch wenn ich dieses mal das erste Mal eher beobachte.

Welche anderen Fashion Weeks (Paris, London, Mailand, NY, CPH, etc.) hast du schon besucht?
Ok, da war ich schon in London, Paris und Mailand. Ich plane, auch die weniger Etablierten zu besuchen, da diese oft die besten aufstrebenden Jungtalente bieten.

Was machst du genau während der Modewoche?
Diese Fashion Week Berlin habe ich diverse Projekte, über die ich aber nochnicht so viel sagen kann, außer dass dabei ein hilfreiches Werkzeg für aufstrebende nationale und internationale Designer dabei sein wird. Das andere werden wir über Fier Management vorstellen. (Anmerkung, das Interview wurde im Juni geführt, als noch Geheimhaltung bestand.)

Worauf freust du dich am Meisten/ Wenigsten?
Allgemein freue ich mich darauf, weiter an der Etablierung von Berlin neben den anderen internationalen Modemetropolen zu arbeiten und Netzwerke zu schließen. Das wird deutschen Modedesignern helfen, auch international mehr Aufmerksamkeit und Relevanz zu bekommen, genau wie internationale Designer nach Berlin zu bringen, um die Stadt auch wirtschaftlich zu stimulieren.

Wen wünschst du dir für die Berliner Fashion Week als Designer oder Gast?
Natürlich freue ich mich auf unsere Fier-Labels Grosser Heinrich (die im letzten Jahr den Baltic Fashion Award gewonnen haben), Penelope’s Sphere and Digitaria, aber auch Hector Hector, Tata Christiane, Lena Hasibether (nominiert für den Designer for Tomorrow Award) und Howitzweissbach (die dieses Jahr den Baltic Fashion Award gewonnen haben).

Wenn du die Wahl hättest, was würdest du ändern?
Was Berlins Modewelt braucht ist Einheit. Es gibt viele wertvolle und gute Player, aber keinen echten Willen zusammen zu arbeiten und sich gegenseitig zu unterstützen. Alle würden von einem unterstützenden Netzwerk profitieren, das die verschiedenen künstlerischen Realitäten von Berlin zusammen bringt.

Wieso ist Berlin (k)eine echte Modemetropole?
Ich würde nicht sagen, dass es eine Modemetropole ist, oder eben noch nicht. Ich finde den Begriff Kreativhauptstadt besser, weil auch Mode und Kunst hier viel besser als in anderen Städten der Welt zusammen spielen und verschmelzen. Wenn dieses Potential mit der Zeit noch besser kanalisiert wird, würde die Stadt wirklich aufblühen und sich als wichtiges Modezentrum etablieren.

Zu guter letzt: Was muss man unbedingt während der Woche gemacht haben, oder was darf man nicht verpassen?
Man sollte schon mal im Zelt gewesen sein. Die spannendsten und jungen Designer werden wohl bei SHOW 0711 und im Collect Showroom zu sehen sein.

Nico ist studierter Spach- & Literaturwissenschaftler und arbeitet seit der Gründung für die junge Berliner Modeagentur Fier Management, die von Lisa Filippini geführt wird. Nico leitet das Fier Management Blog, in dem er viele Inspirationen und Eindrücke der bunten internationalen Modewelt sammelt und präsentiert, sowie junge kunstnahe und sehr konzeptionelle Labels und Designer vorstellt. Dabei unterstützt ihn ein internationales Team, dem wirklich kaum inspirationen entgehen. Die Unterschiede zwischen Mode und Bekleidung werden schnell deutlich, und hier erzählen die textilen Kreationen eigene Geschichten. Ich schaue selbst sehr gern und eher häufig  auf dem Blog vorbei, finde ich doch immer wieder etwas, das anderen entgangen ist oder noch nicht entdeckt wurde.

Fier Management und die Fashion division

Modeberliner Shopper stellen sich vor: Lara Maria

Geschrieben von Janosch am 3.07.2011

Im zweiten Teil der Vorstellungen von Modeberlinern beantwortet heute Lara Maria meine Fragen zu sich und ‘ihrer Fashion Week’ Ihr kennt sie vielleicht schon durch ihr Blog BoE (Belle on Earth), mit dem sie 2010 von der Zeit zu den zehn besten Modebloggern gezählt wurde.

Ich bin:

Lara Maria Gräfen. Ich widme mein Leben der Mode und Musik in Berlin und studiere nebenbei Kultur- und Sozialwissenschaften auf Mode und Ästhetik ausgerichtet.

In welchen Ländern warst du schon shoppen:

Einfacher wäre es zu sagen wo ich noch nicht shoppen war. ;) Also ich war in diversen Teilen der USA (z.B. New York, L.A.,), Italien natürlich, England, Frankreich. Besonders tolle Mode habe ich unerwarteter Weise in Neuseeland, Australien gefunden.

Dein Einkaufstipp in deiner Stadt:

Meine Lieblingsstores in Berlin sind WALD, VOO und natürlich das KaDeWe

In welcher Stadt kaufst du am liebsten ein und was dort genau:

Ich liebe die Gegend um die Break Lane in London und kleine Juweliere in Paris.

Bist du eher online oder offline Shopper:

Offline

Ein Online-Shop den man unbedingt kennen muss:

farfetch und net-a-porter sind meine Favoriten, nichts individuelles ;-)

Drei Webseiten die du täglich besuchst:

Stil-Leben.org, fnart.org und olsensanonymous.com

Das beste Schnäppchen deines Lebens:

Waren wunderschöne alte Apothekengläser vom Trödel; ich liebe sie.

Dein letzter Frustkauf, der nie wirklich das Tageslicht erblickte:

Das kommt bei mir eher selten vor, ich überlege meist doch genau ob ich es tatsächlich tragen werde oder nicht und kenne mich mittlerweile recht gut.

Was wolltest du schon immer kaufen, aber hattest bislang nie den Mut/die Motivation/das Geld:

Eine Perlenkette von Chanel aus Coco’s Zeiten.

Wo findet man dich:

Momentan meist beim Lesen in Cafés am Maybachufer oder in meinen eigenen vier Wänden bei einem vorangemeldeten Besuch. Abends bin gerne in Mitte oder Kreuzberg unterwegs.

Und ….?

Twitter:   nicht vorhanden.

Facebook: man glaubt es kaum, aber ich schwimme gegen den facebook Strom.

Homepage/Blog:  BelleOnEarth.de

Zur Fashion Week: Wie oft warst du vorher schon dabei?

Ich glaube es ist nun meine 4. Fashion Week in Berlin. Ich war jedoch auch schon in New York, London und Paris.

Was machst du genau während der Modewoche?

Ich sehe mir die Shows und einige Nebenveranstaltungen an und berichte auf meinem Blog BoE darüber, mittlerweile suche ich mir die Veranstaltungen schon sehr gut aus und veröffentliche bildliche Eindrücke. Und natürlich darf das Feiern nicht vergessen werden, da es die perfekte Gelegenheit ist, das Leben mit lieben Menschen, die man lange nicht mehr gesehen hat, von seiner leichten Seite zu geniessen.

Worauf freust du dich am Meisten/ Wenigsten?

Eine gewisse “Cote d’Azure” Atmosphäre kam beim GALA Lunch auf, darauf hoffe ich wieder ;-) Weniger freue ich mich auf das übliche “Zwischen Schein und Sein”-Gehabe, aber das gehört nun mal zum Modezirkus dazu.

Wen wünschst du dir für die Berliner Fashion Week?

Karl, wen sonst …?

Wenn du die Wahl hättest, was würdest du ändern?

Ich würde eine schönere Location wählen, auch mal im Freien. Und dass nicht immer alle Events in vier Tage gequetscht werden.

Wieso ist Berlin (k)eine echte Modemetropole?

Ich empfinde Berlin als sehr inspirierend, wenn auch definitiv zu viele Hipsters hier rumlaufen. Gegen Italien oder Frankreich kommen die Deutschen leider nicht an, denen liegt der Stil einfach im Blut. Die typisch Deutschen sollten besser öfter zu den klassischen Designern greifen, als nur dieses gewollte und erzwungene Experimentieren mit Pseudotrends.

Zu guter Letzt: Was muss man unbedingt während der Woche gemacht haben, oder was darf man nicht verpassen?

Den Spaß bei der Sache darf man nicht vergessen. Man kann lieber auch mal eine Show aussetzen um gute Gespräche zu geniessen.

Trendcheck: Swapping statt Shopping

Geschrieben von Joana am 11.04.2011

Joana hat sich durch den Sonntag geswappt…

Man sollte öfter mal etwas Neues ausprobieren und ich bin neuen Formen des Shoppens immer offen gegenüber aufgeschlossen. Mit dieser Einstellung besuchte ich gestern Nachmittag dann auch mein erstes Swap Event. Swapping bedeutet übrigens so viel wie tauschen. Das Prinzip einer solchen Veranstaltung  ist ziemlich schnell erklärt. Jede Teilnehmerin bringt alte noch hochwertige oder neue nicht passende Teile oder Fehlkäufe mit und tauscht diese dann mit den anderen Teilnehmerinnen. Shoppen ohne Geld auszugeben sozusagen. Klingt in der Theorie sehr nett und könnte auch praktisch ganz toll sein.

Das kleine Problem daran sind die Frauen. Es hätte mir eigentlich klar sein müssen, dass wenn sich viele Frauen gleichzeitig auf Stangen mit kostenloser Kleidung stürzen, es zwangsläufig zu Tumulten kommt. Hysterisches Gekreische, Ellenbogen werden ausgefahren rund um werden Frauen zu Furien. Es wird sich alles geschnappt, was man kriegen kann ohne Rücksicht auf Verluste. Eine anstrengende Sache mit geringem Spaßfaktor. Wer nicht schnell genug ist, für den bleibt nur noch der Ramsch übrig. So waren 10 Minuten nach Öffnung der Türen zur „Swap Area“ halb leere Stangen und bloß noch olle Teile übrig. Schade eigentlich.

Ich muss also leider feststellen, das Swapping bestimmt eine nette Angelegenheit ist, mir aber nicht unbedingt zusagt. Ich bleibe doch lieber bei der klassischen Art an Kleidung zu kommen. Trotz der Verlockung ganz umsonst vielleicht schöne Teile zu erwischen gehe ich lieber weiterhin in Geschäfte. Eingetauscht habe ich übrigens 6 Klamotten und Accessoires und nur einen  anderen Pullover am Ende wieder mitgenommen.


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